Die Lettertypen

Die Lettertypen – BUCHDRUCK Erleben

Was tun, wenn das „e“ alle ist?

Das „e“ alle? Dies ist für uns heutzutage unvorstellbar. Ein „e“, das fehlt, gibt es nicht.

Die Computer-, Smartphone und Touchpad-Generation ist es gewöhnt in dieser schnelllebigen Zeit, in der Informationen in nahezu Lichtgeschwindigkeit über Kontinente hinweg verteilt werden, im unbegrenzten Maße Texte zu verfassen und an jedem Ort der Welt drucken zulassen.

Das war nicht immer so.
Johannes Gutenberg hat mit seiner Erfindung der beweglichen Lettern die Grundlagen dafür geschaffen. Er konnte damit erstmals die Bibel in einer hohen Auflage drucken. Die begrenzte Anzahl der verfügbaren Lettern ermöglichte ihm es aber immer nur einzelne Seiten zu setzen. Es brauchte viel Zeit um ein vollständiges Buch zu drucken.

Mit der Weiterentwicklung des klassischem Buchdrucks (auch Hochdruck genannt) gab es Buchstaben aus Blei, Messing oder Holz in vielen Größen und Schnitten, den sogenannten Lettern. Schriften, Linien und Signets wurden geschnitten, gegossen oder geätzt. Schriftschneider mussten lange skizzieren um ästhetisch und typografisch einwandfrei jeden Buchstaben einer Schrift miteinander kombinierbar zu gestalten. Die gedruckte Schrift war lange Zeit der wichtigste Informationsträger überhaupt.

Heute zwingt uns eine permanente Reizüberflutung durch unzählige Varianten von Informationen zu einer sehr selektierten Wahrnehmung. Das LAUTE und AUFFÄLLIGE erreicht uns oft einfacher als die leisen und empfindsamen Zeichen der Zeit. So gehen gerade in den Printmedien oftmals Typografie und Ästhetik verloren. Jeder hat bestimmt schon mal ein gedrucktes Produkt in der Hand gehabt und sich gefragt, warum das Lesen so schwer fällt. Ein Grund dafür ist oft die schlechte Typografie.

Mit viel Liebe zum Detail werden DIE LETTERTYPEN diese besondere Buchdruckerei erhalten, das Wissen weitergeben und vor dem Vergessen bewahren, um aufzuzeigen, wie schön dieses Handwerk einst war und noch immer ist. Sie werden dieses technische Kulturgut nicht nur ausstellen und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen, es warten vor allem auch unzählige LETTERN darauf, von den zwei TYPEN zum Einsatz gebracht – und weiterhin genutzt zu werden.

So lassen sie eine Produktions- Bildungs- und Mitmachwerkstatt mit musealem Charme entstehen, die aber auch Werkstatt und Treffpunkt für Künstler und Grafiker aus aller Welt ist. Es gibt dort Lesungen, gruppenorientierte Vorführungen sowie Veranstaltungen und eine Galerie.

Berlin hat mit dieser Buchdruckerei einen neuen einzigartigen Anlaufpunkt und ein überregionales Netzwerk für die Grafik-, Kunst-, Kultur-, Verlags- und Druckszene.

lettertypen.de

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